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Wirtschaft

Erwartungen an den Fed-Ausstieg sind übertrieben

Auf der Pressekonferenz nach der FOMC-Sitzung am 19. Juni hat Fed-Chef Bernanke den Ausstieg der Fed aus ihren Wertpapierkäufen in Aussicht gestellt. Die Marktakteure erwarteten daraufhin, dass dies eher früher als später erfolgen werde. Eine Kommentierung von Dr. Alexander Krüger.

Dr. Alexander Krüger

Entsprechend stieg die Rendite der 10-jährigen Treasury um 55 Basispunkte auf 2,74%. Dieses Niveau hatte sie zuletzt am 1. August 2011 erreicht. Für den Ausstieg hat Bernanke zahlreiche Bedingungen formuliert. Dazu zählen die BIP-Projektion von 2,3-2,6% für 2013 und 3,0-3,5% für 2014 sowie die Projektion für die Arbeitslosenquote von 7,2-7,3% für 2013 und 6,5-6,8% für 2014. Sollte sich die Entwicklung im Rahmen dieser Erwartungen vollziehen, würden die Wertpapierkäufe in maßvollen Schritten bis Mitte 2014 beendet.

Im Zuge des heftigen Renditeanstiegs haben andere FOMC-Mitglieder die Erwartungen an einen raschen Fed-Ausstieg gedämpft. Die Kommentare wiesen darauf hin, dass der lockere Kurs mit geringerem Tempo fortgesetzt werde und bezeichneten die Marktreaktion als überzogen. Zudem steht im Fed-Protokoll, dass eine deutliche FOMC-Mehrheit das Wertpapier-Ankaufprogramm erst Ende 2013 bzw. 2014 auslaufen lassen möchte. Bernanke äußerte vor zwei Tagen, dass eine stark akkomodierende Geldpolitik in der absehbaren Zukunft notwendig sein werde und der Arbeitsmarkt nicht so gesund sei, wie es die Arbeitslosenquote anzeige.

Vor diesem Hintergrund sehen wir die jüngste Markterwartung an einen raschen Exit der Fed als übertrieben an. Unsere BIP-Prognosen sind mit 1,9% für 2013 und 2,6% für 2014 zudem merklich defensiver. Der Rückgang der Arbeitslosenquote wird überdies wohl auch dadurch gebremst werden, dass sich bei der Aussicht auf ein anhaltendes BIP-Wachstum wieder Menschen arbeitslos melden werden, die eine Beschäftigungsperspektive für sich zuvor nicht sahen. Eine die Fed demnächst zufrieden stellende Arbeitsmarktentwicklung ist somit nicht in Sicht, zumal die erweiterte Arbeitslosenquote derzeit noch bei 14,3% liegt.

In unserem Kapitalmarkt-Ausblick vom 27.05.2013 haben wir prognostiziert, dass das aktuelle Ankaufvolumen von monatlich 85 Mrd. US-$ ab 2014 schrittweise reduziert wird. Diese Erwartung halten wir aufrecht. Die Fed dürfte beabsichtigen, den Ausstiegsbeginn in einer Pressekonferenz anzukündigen. Auch mit Blick auf dann vorliegende breitere Erkenntnisse über den Konjunkturverlauf rückt hierzu das FOMC-Treffen im Dezember in den Blick. In einem ersten Schritt halten wir die Senkung des monatlichen Kaufvolumens um 20 Mrd. US-$ ab Januar 2014 für wahrscheinlich. Weitere Reduktionen dürften in moderatem Tempo erfolgen, da die Fed einen Rückschlag für die Konjunktur durch höhere Zinsen und einen festeren Dollar nicht riskieren wird. Die Kernrate von aktuell 1,1% gibt zudem keinen Grund zur Eile. Die Liquiditätsflutung wird damit noch länger anhalten, eine Leitzinsanhebung steht erst für 2015 auf der Agenda.

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    "Die Einteignung findet bereits statt"
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