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Wirtschaft

EZB hält auf Ausstiegskurs inne

Nachdem der EZB-Rat seine Wertpapierkäufe beim Treffen im September auf monatlich 15 Mrd. € halbiert hat, hielt er auf seinem Ausstiegskurs heute inne. Erneut stellte der Rat allerdings in Aussicht, dass die Käufe Ende Dezember eingestellt werden. Eine Betrachtung von Dr. Alexander Krüger.

Dr. Alexander Krüger

Nennenswert Neues hat die EZB im Vergleich zur Sitzung im September auf der aktuellen Pressemitteilung nicht mitgeteilt. Der formale Beschluss zum Ende der Wertpapierkäufe im Dezember steht weiter aus. Wir erwarten, dass er nun im Dezember getroffen und dann auch das Reinvestitions-Muster benannt wird.

Wertpapierkäufe halbiert

Nachdem der EZB-Rat seine Wertpapierkäufe beim Treffen im September auf monatlich 15 Mrd. € halbiert hat, hielt er auf seinem Ausstiegskurs heute inne. Erneut stellte der Rat zwar in Aussicht, dass die Käufe Ende Dezember eingestellt werden. Unverändert knüpft er dies aber daran, dass „die (…) Daten die mittelfristigen Inflationsaussichten bestätigen“. Dagegen beabsichtigt der Rat weiter, Tilgungszahlungen und Zinserlöse der erworbenen Wertpapiere noch lange zu reinvestieren.

Einmal mehr wurde bestätigt, dass die Tiefzinspolitik noch lange anhalten wird. In seiner Forward Guidance geht der Rat davon aus, dass die Leitzinsen „mindestens über den Sommer 2019 (…) auf ihrem aktuellen Niveau bleiben werden“. Der Zeitpunkt des Leitzinserhöhungsauftakts und der –modus sind damit weiter unklar. Die Nichtfestlegung ist nachvollziehbar, da das Ende der Wertpapierkäufe noch offen ist.

Mario Draghi versucht zu beruhigen

Auf der Pressekonferenz schien EZB-Präsident Mario Draghi die Finanzmarktlage beruhigen zu wollen. Die Wachstumsrisiken bezeichnete er als „weitgehend ausgeglichen“ und betonte, das schwächere Wachstums-Momentum reiche nicht aus, das EZB-Basisszenario zu ändern. Ebenso wie wir erwartet die EZB also einen fortgesetzten Konjunkturaufschwung. Hinsichtlich der Haushaltspläne der italienischen Regierung erklärte Draghi, der Rat habe nicht viel über Italien gesprochen. Er sei überzeugt, dass sich EU-Kommission und Italien einigen werden. Über die geldpolitischen Schritte nach dem Wertpapierkaufende habe der Rat zudem nicht gesprochen.

Wie geht es weiter? Die EZB dürfte ihr Ausstiegs-Drehbuch bereits geschrieben haben. Danach wird sie im Dezember das Ende der Wertpapierkäufe besiegeln und das künftige Reinvestitionsmuster mitteilen. Letzteres dürfte sich zu Beginn am Kapitalschlüssel orientieren. Da die Lage der EWU-Staatshaushalte stark divergiert, lauert eine spätere Konzentration auf einzelne Länder und längere Laufzeiten in der wohl mindestens dreijährigen Reinvestitionszeit am Horizont.

Umfassende Zinserhöhung erwartet

Ihren Leitzinsausblick dürfte die EZB ab dem Frühjahr konkretisieren. Einen höheren Einlagesatz erwarten wir weiter für September 2019 und eine umfassende Zinserhöhung für Dezember. Nur außergewöhnliche (exogene) Ereignisse, zu denen eine Wachstumsverlangsamung des BIP unseres Erachtens nicht gehört, könnten sie dabei stoppen. Für einen früheren Zinsschritt bedarf es wohl einer rasch steigenden Kern-Inflationsrate.

Verweise:

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