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Wirtschaft

Produktion mit solidem Jahresendspurt

Die Produktion im Produzierenden Gewerbe in Deutschland ist im November um 0,4 % gegenüber dem Vormonat gewachsen. Mit Blick auf die gute Auftragslage enttäuscht dies etwas. Allerdings ist das Produktionsergebnis für Oktober nach oben revidiert worden. Für das vierte Quartal 2016 zeichnet sich damit ein etwas höheres Wachstumsmomentum ab. Ein Kommentar von Dr. Alexander Krüger.

Dr. Alexander Krüger

 
Die Produktion im deutschen Produzierenden Gewerbe hat im November um 0,4 % ggü. Vm. zugenommen. Ursache war das Verarbeitende Gewerbe (+0,4 %), das 80 % der Gesamtproduktion trägt. Die Bauproduktion stieg um 1,5 %, die Energieproduktion sank um 0,4 %. Das Oktoberergebnis ist von 0,3 % auf 0,5 % revidiert worden.

Gute Stimmungslage hält an

Die Daten zeigen, dass das Wachstumsmomentum der Produktion gestiegen ist. Dies ist das Resultat der guten Stimmungslage, der zufolge der ifo-Geschäftsklimaindex und der Einkaufsmanagerindex für das Verarbeitende Gewerbe im Dezember auf ein Jahreshoch gestiegen waren. Zudem sind die Auftragsbücher der Unternehmen seit September voller. Trotz des noch ausstehenden Dezemberergebnisses sieht es zurzeit danach aus, dass der Auftragseingang im vierten Quartal 2016 mit rund 3 % gegenüber dem Vorquartal fünfmal so stark gewachsen ist wie im dritten Quartal. Der davon ausgehende positive Produktionsimpuls ist aus unserer Sicht noch nicht verfrühstückt. Abseits der gewohnten Verzerrungen durch die Weihnachtsferien dürfte er vor allem zu Jahresbeginn für belebende Produktionseffekte sorgen.

Und danach? Wird der aktuelle Aufwärtstrend der Produktion nachhaltig sein? Wir haben Zweifel. Nach wie vor können wir nicht erkennen, dass sich die Rahmenbedingungen dergestalt verändert haben, dass die Weltwirtschaft ihren Wachstumspfad um 3 % zurzeit nach oben verlässt. Daran wird wohl auch die neue US-Regie¬rung wenig ändern: Die weitere Rückverlagerung von Produktionsstätten in die USA und abnehmende amerikanische Direktinvestitionen im Ausland gehen in jedem Fall zu Lasten anderer Länder, und sie dämpfen wohl auch das eigene Produktivitätswachstum. Hinzu kommt, dass unseres Erachtens in der Währungsunion politisch eine deutlich größere Abbruch- als Aufbruchstimmung besteht. Angesichts dieses Umfeldes erwarten wir, dass die Anlageinvestitionen mit knapp unter 2 % ähnlich defensiv zunehmen werden, wie dies 2016 der Fall gewesen sein dürfte.

Keine hohen Erwartungen

Wir sind überdies unverändert davon überzeugt, dass in der Industrie neben zyklischen auch strukturelle Schwächen bestehen. Diese zeigen sich an zwei Faktoren: So liegt die durchschnittliche monatliche Veränderungsrate der Produktion seit 2012 lediglich bei 0,1 %. Dies führt dazu, dass die Produktion im nunmehr achten Nachkrisenjahr nur um 1,5 % über dem damaligen Niveau liegt. Auch deshalb halten wir es für angemessen, die Erwartungen an die Industrie nicht zu hoch zu schrauben.

  • Verweis: Interview mit Dr. Alexander Krüger, Bankhaus Lampe:
    Die Enteignung findet bereits statt
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