Zum Inhalt
Suche
Politik

Anschläge in Brüssel: Defizite angehen, Bürgerrechte schützen

Die tragischen Anschläge am vergangenen Dienstag in Brüssel offenbaren einmal mehr die bestehenden Defizite im Bereich Sicherheit der Europäischen Union. Während die mangelhafte Vernetzung der EU-Behörden zum größten Risiko zählt, werden erneut und vorschnell reflexhafte Forderungen nach einer Generalüberwachung der Bürger laut.

Redaktion Spreezeitung

Jan Philipp Albrecht, Europäisches Parlament. (Foto: Fritz Schumann)

Dies beklagt auch der tellvertretende Vorsitzende des Innen- und Justizausschusses im Europäischen Parlament, Jan Philipp Albrecht. Der EU-Abgeordnete erklärt zu den gestrigen Anschlägen und bisher bekannten Informationen und Hintergründen bezüglich der Tatverdächtigen:

„Die tragischen Anschläge von Brüssel zeigen deutlich, wie dringend nötig eine engere Vernetzung der Polizei- und Sicherheitsbehörden in der Europäischen Union ist. Erneut waren die Tatverdächtigen den Behörden schon im Vorfeld bekannt, offenbar hat es sogar Beziehungen zum jüngst inhaftierten Paris-Verdächtigen Abdeslam gegeben. Die reflexhaften Forderungen nach Maßnahmen der Generalüberwachung sind ungeeignet, um solche Anschläge zu verhindern, und sie versperren sogar den Blick auf die wahren Defizite bei den Sicherheitsbehörden.
 
Was wir nun brauchen, ist erheblich mehr Geld und Personal für gemeinsame grenzübergreifend arbeitende Ermittlungsteams bei Europol und Eurojust, um dem Netzwerk koordinierter Attentäter in Europa habhaft zu werden. Zudem müssen die Regierungen der Mitgliedstaaten endlich bereit sein, sich auf einheitliche Regeln zum schnellen Austausch von Informationen und für den Umgang mit Daten von Verdächtigen und Beschuldigten zu verpflichten. Von den Innenministern muss ein klares Signal ausgehen, dass nun endlich Schluss ist mit der Freiwilligkeit auf EU-Ebene.“

Verweis: Bruxelles under attack – statement of NSA whistleblower Bill Binney  

Mehr aus Politik

Aktuelles zur Woche des Grundeinkommens

Am heutigen Montag, den 16.09.2019, beginnt die Woche des Grundeinkommens. Diese Aktion findet seit 2008 traditionell in der 38. Kalenderwoche, also in der Regel in...

Redaktion Spreezeitung

Vollbremsung: Das Auto muss weg!

Das Auto tötet jährlich Millionen Menschen, zerstört die Umwelt und die Atmosphäre. Schuld daran ist eine allmächtige Autoindustrie, die die Welt jedes Jahr mit mehr...

Redaktion Spreezeitung

Seenotrettung: 82 Gerettete in Lampedusa an Land

Nach einer tagelangen Wartezeit zur Anlandung informierte die Seenotrettungsleitstelle Rom heute SOS MEDITERRANEE darüber, dass die im zentralen Mittelmeer geretteten...

Ursula Pidun