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Wirtschaft

Klarer Wachstumsdämpfer durch die Produktion

Die deutsche Produktion ist im Februar zwar leicht gestiegen. Durch die kräftige Abwärtsrevision des Januar-Ergebnisses sieht es nun aber nicht mehr danach aus, als habe sie für starken Rückenwind beim BIP-Wachs¬tum im ersten Quartal gesorgt. Auch wegen der schwachen Auftragslage halten wir an unserer defensiven BIP-Prognose von 1,5% für 2015 fest. Eine Kommentierung von Dr. Alexander Krüger.

Dr. Alexander Krüger

Die Produktion im Produzierenden Gewerbe in Deutschland hat im Februar um 0,2% gegenüber dem Vormonat zugenommen. Positive Wachstumsimpulse kamen dabei aus dem Verarbeitenden Gewerbe (+0,5%) und dem Energiesektor (+1,2%), der Bausektor hat die Produktionstätigkeit hingegen belastet (-3,1%).

Verhaltenes weltwirtschaftliches Wachstum

Durch die kräftige Revision des Januar-Ergebnisses von +0,6% auf -0,4% sieht es nun nicht mehr danach aus, dass die Produktion im ersten Quartal 2015 doppelt so stark gewachsen ist wie im vierten Quartal 2014. Vielmehr wäre es jetzt ein Erfolg, wenn der damalige Anstieg von 1,0% (revidiert von 0,7%) gegenüber dem Vorquartal erreicht würde. Dazu ist im März ein Produktionsanstieg von 0,6% notwendig. Wir erwarten nicht, dass es dazu kommen wird. Wichtige Klimaindikatoren (ifo-Geschäftsklima, Einkaufsmanagerindex) haben sich zuletzt zwar erholt. Ihre Niveaus deuten aber ebenso wenig auf eine zunehmende Produktionsdynamik hin wie der Industrie-Auftragseingang, der im Januar und Februar jeweils gegenüber dem Vormonat gesunken ist. Hier wird die Wachstumseuphorie vor allem durch die gesunkenen Auslandsimpulse gedämpft. Diesbezüglich sehen wir uns darin bestätigt, dass ein verhaltenes weltwirtschaftliches Wachstum durch eine Währungsabwertung nicht kompensiert werden kann. Überdies spricht der Auftragsrückgang bei den Investitionsgütern für eine vorerst zurückhaltend bleibende Investitionstätigkeit.

Die Konjunkturstory für Deutschland

Bisher liegt die Produktion 0,4% über dem Vorquartalsdurchschnitt. Selbst bei einem moderaten Zuwachs im März fiele der industrielle Rückenwind deutlich schwächer aus, als dies zuletzt vielfach erwartet wurde. Er „spräche“ für einen BIP-Anstieg von „nur“ 0,1% gegenüber dem Vorquartal. Die Bäume wachsen konjunkturell also nicht in den Himmel. An unserer defensiven BIP-Prognose halten wir daher fest.

Die Konjunkturstory für Deutschland liest sich unseres Erachtens somit unverändert wie folgt: Das BIP-Wachstum wird 2015 vor allem durch den Konsum angefacht. Ursache sind der feste Arbeitsmarkt und der durch den Rohölpreisrückgang bestehende Glücksfall des Konsum-Dopings. Investitionen und Exporte liefern ebenfalls Wachstumsbeiträge, die wegen des verhaltenen außenwirtschaftlichen Umfeldes aber „nur“ moderat hoch ausfallen. Diesbezüglich gilt es besonders, die zuletzt schwächeren Konjunkturdaten aus China und den USA im Auge zu behalten.

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