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Wirtschaft

ifo-Index liefert nächste gute Konjunkturzahl

Der Aufwärtstrend des ifo-Geschäftsklimaindex hat im März angehalten. Aufgrund des außenwirtschaftlichen Umfeldes ist das Indexniveau zwar nur moderat hoch. Die brummende Binnenkonjunktur lässt eine positive Wachstumsüberraschung zu Jahresbeginn aber wahrscheinlicher werden. Eine Kommentierung von Dr. Alexander Krüger.

Dr. Alexander Krüger

Der ifo-Geschäftsklimaindex für das Verarbeitende Gewerbe in Deutschland ist im März um 1,1 auf 107,9 Punkte geklettert. Der fünfte Anstieg in Folge geht in erster Linie auf eine zum Februar freundlichere Bewertung der aktuellen Geschäftslage durch die befragten Unternehmen zurück (+0,7 Punkte). Erneut zugenommen haben auch die Geschäftserwartungen für die nächsten sechs Monate (+1,4 Punkte).

Geschäftsklimaindex holt auf

Der anhaltende Aufwärtstrend des ifo-Geschäftsklimaindex ist eine gute Nachricht. Dies ist vor allem deshalb der Fall, weil der positive 6-Monatsdurchschnitt im Vormonatsvergleich weiter gestiegen ist. Mit Blick auf das Indexniveau stellt sich die Lage aber etwas weniger positiv dar. Abzulesen ist dies am 10-Jahresdurchschnitt, der vom Gesamtindex und seinen Unterkomponenten nur moderat übertroffen wird. Zudem hat der Geschäftsklimaindex seinen von April bis Oktober 2014 verzeichneten Rückgang um 7,6 Punkte bis dato nur um etwas mehr als die Hälfte aufgeholt.

Moderat hohes Niveau aufgrund von Ereignis-Risiken

Das moderat hohe Niveau des ifo-Geschäftsklimaindex, das im Übrigen auch beim Einkaufsmanagerindex im Verarbeitenden Gewerbe besteht, hat außenwirtschaftliche Gründe. Ausweislich der Indikatoren zur politischen Unsicherheit befindet sich diese bei den Unternehmen weiter auf erhöhtem Niveau. Die Konflikte in der Ukraine und im Nahen Osten sind nicht gelöst, überdies besteht mit der aus unserer Sicht gestiegenen Austrittswahrscheinlichkeit Griechenlands aus der Währungsunion derzeit ein weiteres Ereignisrisiko. Hinzu kommt die nach wie vor verhaltene Wachstumsdynamik der Weltwirtschaft, bei der die in den vergangenen Monaten schwächeren Konjunkturdaten aus China und den USA auf die ifo-Stimmung drücken.

Brummende Binnenkonjunktur

Das verhaltene außenwirtschaftliche Umfeld ändert aber nichts daran, dass das BIP aufgrund der brummenden Binnenkonjunktur im ersten Quartal weiter wachsen wird. Dies war bereits im Jahresschlussquartal 2014 der Fall, als die Wirtschaftsleistung trotz des niedrigen ifo-Geschäftsklimaindex um kräftige 0,7% gegenüber dem Vorquartal zugenommen hat. Angetrieben vom niedrigen Rohölpreis, festen Arbeitsmarkt und schwächeren Euro sowie den Niedrigzinsen nimmt die Wahrscheinlichkeit einer erneut positiven Wachstumsüberraschung derzeit sogar zu. Träte sie ein, änderte sie aber nichts am bereits bestehenden wirtschaftlichen Befund: Die Hälfte des von uns für 2015 prognostizierten BIP-Wachstums geht auf statistische Effekte zurück, der Rest profitiert teilweise von Glücksfällen (Rohölpreis, Euro). Zudem stärkt eine hohe Wachstumsrate die langfristig schädliche politische Selbstgefälligkeit.

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