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Politik

"Wir können doch nicht alle nehmen!"

"Wir können doch nicht alle nehmen!" hallt es stereotyp durch die Lande. Angesichts der zurückliegenden, immensen Flüchtlingsströme igelt sich Europa schützend ein und zieht die Festungsmauern hoch. Doch es ist nicht nur humanitäre Pflicht und geltendes Gesetz, Flüchtlinge aufzunehmen. Es ist auch sinnvoll, ja notwendig, Zuwanderung zuzulassen. Unsere Buchempfehlung.

Redaktion Spreezeitung

Es geht um eine humanitäre Flüchtlingspolitik. (Foto: K&S Verlag)

Europas Flüchtlingspolitik ist die Katastrophe hinter der Katastrophe. Zwar debattierten EU-Staaten und die Europäische Kommission immer wieder über das Thema europäische Flüchtlingspolitik. Doch irgendwelche durchgreifenden Lösungsansätze in Richtung humanitäres Krisenmanagement bleiben weiter aus. Tausende Menschen sind bereits ertrunken oder erstickt. Die Internationale Organisation für Migration(IOM) teilt aktuelle mit, dass seit Jahresbeginn wieder mehr als 3000 Menschen ums Leben gekommen sind. Geschieht nichts Wesentliches, werden es weitere Tausende sein.

Nicht gutmenschig sodern hochgradig pragmatisch

Die Autorin Livia Klingl greift in ihrer Publikation "Wir können doch nicht alle nehmen!" das heikle Thema der Flüchtlingspolitik an. Nicht gutmenschig, sondern hochgradig pragmatisch widmet sie sich dem heißen Eisen dieser Zeit: Während immer mehr Menschen vor Gewalt und religiösem Fanatismus, vor Krieg und Hunger fliehen, zieht Europa die Festungsmauern hoch – und beraubt sich damit selbst vieler Zukunftschancen. Es ist nicht nur humanitäre Pflicht und geltendes Gesetz, Flüchtlinge aufzunehmen, es ist auch sinnvoll, ja notwendig, Zuwanderung zuzulassen.

Solidarisches Europa bisher nicht in Sicht

Die Geburtenraten in Europa sinken, die Menschen werden immer älter, beides Faktoren, die den Wohlstand und das Sozialsystem ins Wanken bringen. Selbst wenn es kaum jemanden schert, dass das Mittelmeer zum Massengrab verkommen ist und gegen jene Fremden Stimmung gemacht wird, die es mittels professioneller Schmuggler bis zu uns geschafft haben: Es wäre aus reinem Eigennutz hoch an der Zeit für eine neue Ausländerpolitik. Eine, die es Flüchtlingen ermöglicht, in einem solidarischen Europa ein neues Leben in Frieden zu finden, und die Wirtschaftsmigranten einen geordneten Zuzug erlaubt – der letztlich auch uns zugute kommt.

Livia Klingl, geboren 1956 in Wien war mehr als 20 Jahre Kriegs- und Krisenberichterstatterin vom Balkan über Afghanistan bis Irak, Iran und Libanon. Neun Jahre leitete sie das Außenpolitikressort im Kurier und arbeitete als Buchautorin. Im Jahr 2000 erhielt Livia Klingl den Österreichischer Staatspreis für "publizistische Leistungen im Interesse der Geistigen Landesverteidigung" und wohnt als passionierte Realistin (Eigendefinition) in Wien Rudolfsheim-Fünfhaus, dem Bezirk mit der niedrigsten Kaufkraft und dem höchsten Ausländeranteil.

Wir können doch nicht alle nehmen! Verlag: Kremayr & Scheriau; Auflage: 1 (März 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3218009685
ISBN-13: 978-3218009683
Preis: 22,00 Euro

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