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Politik

Lampedusa: "Die Not der Menschen hat politische Ursachen"

Wer Flüchtlingen unterstellt, sie kämen in betrügerischer Absicht nach Deutschland, will ausgrenzen und abschotten. Dies sei finsterstes Stammtischniveau und rassistisch, erklärt Katja Kipping (Linke). Es sei zynisch, wenn Bundesinnenminister Friedrich gegen Armutsflüchtlinge hetzt und um Flüchtlingsquoten feilscht.

SPZ/re

Katjas Kipping fordert ein Umdenken in der Asylpolitik (Foto: Mike Herbst)
Katjas Kipping (Linke fordert ein völliges Umdenken (Foto: Mike Herbst)

Angesichts des unfassbaren Leids, dass sich in Lampedusa fortlaufend vor den Augen der Weltöffentlichkeit abspielt, muss endlich Schluss sein mit der derzeitigen verfehlten Asylpolitik. Gleiches gilt für rassistisch aufgeladene Diskussionen um vermeintliche Wirtschaftsflüchtlinge.

Die Not der Menschen habe politische Ursachen, glaubt Katja Kipping (Linke). Die Bundesrepublik habe in vielen Fällen ihren Anteil daran. Kipping fordert ein völlige Umdenken und Umsteuern und erklärt:

"Nach der Katastrophe von Lampedusa fordern Experten eine Reform der europäischen Flüchtlingspolitik. Außer Reden und Appellen hat sich nichts geändert. Die aktuelle Statistik der UNO belegt, dass weltweit alle 4 Sekunden ein Mensch aus seinem Heimatort flüchtet. Armut, Naturkatastrophen, explodierende Lebensmittelpreise aber vor allem Kriege sind die Ursachen dafür.

Dort, wo gegenwärtig Kriege toben, ist die Situation der Menschen katastrophal. Aber auch dort, wo Rassismus Menschen in die Flucht treibt, ist die Lage verheerend. Die weltweite Wirtschaftskrise vernichtet in vielen Ländern in und außerhalb Europas für viele Menschen jede Perspektive, ihr eigenes Leben zu gestalten. Auch von ihnen werden viele woanders versuchen, ihr Auskommen zu finden.

 
Es ist zynisch, wenn Bundesinnenminister Friedrich gegen Armutsflüchtlinge hetzt und um Flüchtlingsquoten feilscht. Wer Flüchtlingen unterstellt, sie kämen in betrügerischer Absicht nach Deutschland, will ausgrenzen und abschotten. Das ist finsterstes Stammtischniveau und rassistisch.

 
Von der EU fordern wir endlich Mindeststandards für Asylsuchende auf hohem menschenrechtlichem Niveau durchzusetzen. Wir brauchen eine Änderung des Fluchtregimes in der EU. Die Außengrenzen sind für tausende Menschen tödlich geworden. Deshalb fordern wir: offene Grenzen für Menschen in Not, menschenwürdige Unterbringung von Flüchtlingen und die schnelle Öffnung von Perspektiven für diejenigen, die hier um Schutz und Aufnahme ersuchen.
 
Schluss mit den rassistisch aufgeladenen Diskussionen um vermeintliche Wirtschaftsflüchtlinge. Die Not der Menschen hat politische Ursachen. Die Bundesrepublik hat in vielen Fällen ihren Anteil daran. Es ist deshalb auch unsere Verantwortung, dazu beizutragen, Not zu lindern und Flüchtlinge aufzunehmen."

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