Neues aus dem Ministerium für gestiegene Konsumlust
Millionen Menschen bessern in der BRD mittels Zweitjob das Einkommen auf. Laut Bundesagentur für Arbeit unter der Leitung von Ursula von der Leyen (CDU) auch, um die gestiegene Konsumlust zu befriedigen. Wirklich?
Praktisch jeder elfte sozialversicherungspflichtig Beschäftigte arbeitet zusätzlich in einem weiteren Job. Diese Tatsache förderte eine Anfrage der Linken-Politikerin Sabine Zimmermann an das Bundesarbeitsministerium zutage. Offensichtlich rätselt Arbeitsministerin Ursula von der Leyen, die um Ausreden so gut wie nie verlegen ist, mit ihrem Team noch über die Ursachen dieser Entwicklung nach.
Aus purer Not und nicht freiwillig
Die entsprechenden Zahlen, die Sabine Zimmermann bei der Bundesagentur für Arbeit (BA) hinterfragt hat, offenbaren eine Überraschung. Demnach hat sich der Anteil der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten mit einen zusätzlichen Job innerhalb der letzten zehn Jahre mehr als verdoppelt. Zimmermann sieht darin einen deutlichen Beweis dafür, dass immer mehr Menschen hierzulande von einem Job allein nicht mehr leben können und dies "aus purer finanzieller Not und nicht freiwillig" machen.
Von der Leyen lächelt prekäre Beschäftigung weg
Zimmermann hat wohl nicht mit der Kreativität der Arbeitsministerin im Ministerium für „gestiegene Konsumlust“ gerechnet. Möge die Situationen auf dem Arbeitsmarkt auch noch so prekär sein, von der Leyen lächelt die Realität einfach weg und sieht die Nation – ihrer exzellenten Arbeit sei Dank - im Kaufrausch. Derweil versichert ihr illustres Ministerium, dass es zu diesem Thema bisher keine Erhebungen gibt.
Keine Negativschlagzeilen vor der Bundestagswahl
Die realitätsfernen BA-Experten orakeln lieber und beschönigen die Situation auf dem Arbeitsmarkt. Nur keine Negativschlagzeilen so kurz vor der Bundestagswahl. Es gibt schließlich noch einiges zu tun in Sachen "gestiegene Konsumlust". Eine besonders dicke Zigarre hat sich das Team rund um Chefin von der Leyen mit ihren seltsamen Interpretationsversuchen zu den weitreichenden Schieflagen auf dem Arbeitsmarkt in jedem Fall redlich verdient.
